Genussfreundinnen auf Reisen: Kanelbullar und Köttbullar in Stockholm

Genussfreundinnen auf Reisen: Kanelbullar und Köttbullar in Stockholm

Zwischen zwei Toskana-Aufenthalten führt uns unsere nächste “Dienstreise” in den hohen Norden. Stockholm ist unser Ziel. Viel haben wir schon gehört über Schwedens Hauptstadt und größte Stadt Skandinaviens. Viel Kultur, herrliche Natur, tolle Einkaufsmöglichkeiten und hervorragende Restaurants und Cafés soll es geben. Gerade im Sommer pulsiert die Stadt, Dank eines abwechslungsreichen Nachtlebens, wohl rund um die Uhr.

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Wir waren neugierig und uns andererseits ganz sicher, dass es uns dort bestimmt gefällt, aber es auf keinen Fall so gut gefallen wird wie in Florenz oder Siena, dass wir es nicht so spannend finden wie in New York. Drei Tage hatten wir dann Zeit, um Stockholm zu entdecken – die Kultur, die Museen, typische Restaurants und Speisen, uns einfach nur treiben zu lassen und um zu erkennen, dass alles, wie so oft im Leben, ganz anders kommt als gedacht. Kurzum wir sind restlos begeistert von dieser Stadt! Wir kommen wieder! Von der ersten Sekunde an nimmt uns diese Stadt gefangen und wir übernehmen die Tiefenentspanntheit der Stockholmer und lassen uns treiben. Und das funktioniert hier so gut wie nirgendwo sonst. Zu herrlich ist die Lage am Wasser, die vielen Parks, die Fülle an Cafés – man möchte 24 Stunden nur herumschlendern, staunen, genießen und sich gemütlich hinsetzen, einen Kaffee trinken und das bunte Treiben betrachten. Faszinierend ist, dass Stockholm pulsiert, voller Leben ist und trotzdem alles ruhiger, leiser und unaufgeregter ist, als in vergleichbaren Städten in Deutschland oder Italien. Wie machen die das nur?

Doch nur treiben lassen funktioniert nicht ganz, denn wir haben eine Mission: wir wollen die beste Zimtschnecke (Kanelbullar) Stockholms finden und was essen die Schweden eigentlich noch außer Köttbullar?

Gesetzt ist natürlich auch ein Besuch im ABBA-Museum. Damit starten wir auch  gleich am ersten Tag. Die Koffer schnell im Hotel untergestellt, geht es los in Richtung Museumsinsel Djurgården. Bereits nach wenigen Metern der erste Stop, das Wienercaféet wirkt so unglaublich einladend, dass wir uns dort mit leckeren Sandwiches stärken.

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Am Strandvägen entlang, der gesäumt wird von Bars und Cafés am oder auf dem Wasser, widerstehen wir der Versuchung einen weiteren Stop einzulegen und stürzen uns dafür wenig später in eine Zeitreise in die 70er-Jahre: ABBA-Museum!

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Wir geben alles, tanzen und singen mit, sobald sich die Gelegneheit dazu bietet, kaufen noch ein paar Souvenirs im Museumsshop und sind wieder hungrig. Glücklicherweise haben wir bereits auf dem Hinweg direkt neben dem Museum das Blå Porten entdeckt.

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Ein schönes Café in einem zugewachsenen, lauschigen Innenhof. Wir sitzen herrlich im Grünen und genießen unsere erste Zimtschnecke. Bei Zimtschnecke, Kaffee und Sekt stellen wir fest, drei Tage Stockholm sind zu kurz – wir brauchen einen Plan. Wann sollen wir ins Vasa-Museum, ins Sprit-Museum, ins Nationalmuseum oder nach Skansen? Wie sollen wir es schaffen, all die verlockenden Restaurants, Cafés oder Bars auzuprobieren? Leichte Panik kommt auf, Freizeitstress und dabei war doch die erste Idee uns einfach treiben zu lassen?! Wir beginnen einfach mit dem naheliegendsten: ein Restaurant für den Abend muss gefunden werden. Schnell entscheiden wir uns für das Prinsen, ein Stockholmer Traditionslokal seit 1897 mit ebenso traditionellen schwedischen Gerichten auf hohem Niveau und einem herrlich altmodischem Ambiente.

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Köstlicher Krabbensalat auf Toast und natürlich Köttbullar mit Kartoffelbrei, Preiselbeeren und Gurkensalat. Besser kann man dieses typischste aller schwedischen Gerichte nicht zubereiten.

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Satt und müde machen wir uns auf den Heimweg und trotz der späten Stunde ist es immer noch hell und überall pulsiert das Leben. Die Nächte sind lang im Sommer und die Stockholmer nutzen dies aus…. Herrlich! Auch am zweiten Tag sind wir zu Fuß unterwegs. Am Schloss vorbei, Richtung Södermalm, hinauf zum höchsten Punkt der Stadt. Leider war der Personenaufzug “Katharinahissen” außer Betrieb und wir mussten unzählige Stufen hinaufsteigen (aber das kennen wir ja aus Stuttgart), um zur Fjällgatan zu gelangen.

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Von hier hat man einen tollen Blick auf Stockholm und das Sträßchen selbst ist jede Treppenstufe wert. Romantische Holzhäuschen aus dem 18. Jahrhundert und hübsche Gärten lassen sofort vergessen, dass wir mitten in einer Großstadt sind.

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Am Ende der Straße kommt das Ersta Diakoniezentrum mit dem schönen Café “Ersta Terrass”. Gelegenheit für unsere zweite Zimtschnecke kombiniert mit einer fantastischen Aussicht. Durch das lebhafte Södermalm zum Fähranleger und übergesetzt zur Museumsinsel Djurgården und eintauchen in das Erlebnis Skansen. Skansen ist ein Muss! Seit 1891 existiert dieses Freilichtmuseum in dem 5 Jahrhunderte Schweden nachgebildet werden. Typische Häuser, Höfe, Handwerksbetriebe und ein Tierpark auf 300.000 m².

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Ein einzigartiges Erlebnis, wir fühlen uns hineinversetzt in die Welt von Astrid Lindgrens Michel und Bullerbü. Rund um Skansen, in herrlich grüner Lage, findet man drei wunderschöne Cafés/Restaurants. Jedes ist einen Besuch wert. Sei es zum Essen, zum Kaffeetrinken oder für ein Glas Champagner. Wir genießen das kühle Getränk in der Villa Godthem und wollen hier nie wieder weg. Zum Abendessen sind wir bei der Familie, etwas außerhalb von Stockholm. Mit gerauchten Krabben als Vorspeise starten wir den Abend. Etwas ganz neues für uns und unglaublich lecker.

Den letzten Tag wollten wir ruhig angehen, nur ein bisschen Altstadt und nach SoFo, dem neuen hippen, kreativen Viertel neben Södermalm.

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Am Ende des Tages haben wir wieder 15 Kilometer in den Beinen, sind um viele Eindrücke reicher und haben etliche Einkaufstüten zu schleppen. Gamla Stan, die Altstadt Stockholms, angenehm menschenleer am frühen Morgen und wieder viele Cafés, die uns zum Frühstücken einladen. Wir entscheiden uns für das under kastanjen.

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Am schönsten und lauschigsten Plätzchen der Altstadt, unter Kastanien werden hier leckere Backwaren und kleine Gerichte angeboten. Zimtschnecke Nummer 3 ist hier fällig und übernimmt sofort die Führung. Ab nach SoFo: hier im derzeit trendigsten Viertel Stockholms wechseln sich hippe Boutiquen, Second Hand Läden, tolle Cafés, kleine Restaurants und Bars ab. Und wieder fällt auf, alles ist hier total tiefenentspannt. Woran liegt das, wie bekommen die  Stockholmer das hin? Wir wollen das auch….

Und dann gibt es da nocht den Tipp für das Café mit den wirklich allerbesten Zimtschnecken…. Auf in die Kungsgatan ins Vete-Katten.

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Herrlich altmodisch mit Spitzendeckchen, Plüschsofas und Bedienungen mit Kopftuch. Köstliche Sandwiches, kleine Gerichte, süße Kuchen und die wirklich besten Zimtschnecken! Unbedingt hingehen!

Arme und Beine sind schwer, die Koffer sind voll – zum Glück, sonst wären wir noch in einen wahren Shopping-Rausch verfallen. Tolle Designer-Shops, exklusive Geschäfte, kleine Boutiquen – die Fülle und Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten ist riesig. An Swedish Hasbeens kommen wir jedochnicht vorbei.

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Ohne ein paar dieser in Schweden gefertigten Clogs können wir nicht nach Hause fahren. Mit schweren Beinen schleppen wir uns noch ins Sturekatten. Wieder ein wahnsinnig altmodisches Café, auf zwei Etagen in verwinkelten Räumen oder dem hübschen Innenhof kann man hier die köstlichen süßen oder salzigen Gerichte genießen.

Nur ein paar Häuser weiter von unserem Hotel entdecken wir Jamies Italian. Das in Jamie Olivers Ideenschmiede entwickelte Restaurantkonzept hat auch in Stockholm Fuß gefasst. Zunächst sträuben wir uns, wir können doch nicht in Schweden italienisch essen nach Rezepten eines englischen Kochs… Doch unsere schweren Beine und unsere Neugier zerstreuen unsere Zweifel und wir testen zum Abschluss Jamies italienische Küche.

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Ja, was soll man sagen: es ist ok… Italienisch essen in Italien ist aber in jedem Fall besser und authentischer.

Letzlich bleibt nur noch die Frage zu klären, warum hier alle soooo tiefenentspannt sind. Wir versuchen dies bei einem Drink auf der Terrasse des Royal Dramatic Theatre mit Blick auf das Wasser und das bunte Treiben am Strandvägen, finden keine erschöpfende Antwort und stellen fest, dass wir die Frage auch noch bei unserem nächsten Besuch klären können….

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hei, hei – bis bald Stockholm

 

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…und das ist sie unsere Siegerschnecke….

 

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