Viva Espana! Paella con Opa Fernando

Viva Espana! Paella con Opa Fernando

Es ist fast wie Urlaub, die Sonne scheint, die Temperaturen sind hoch und es wird spanisch in der Küche. Zwei Versuche haben wir bereits unternommen, eine große Paella zusammen mit Freunden, an einem lauen Sommerabend zu genießen. Doch jedes Mal hat uns das unbeständige Sommerwetter einen Strich durch unsere Pläne gemacht. In Gedanken war die Paella-Party bereits auf das nächste Jahr verschoben, als herrliches Sommerwetter für das kommende Wochenende angekündigt wurde. Jetzt oder nie, dachten wir, die Spontaneität unserer Freunde ausgetestet, denn am besten schmeckt es in Gesellschaft, und gehofft, dass Opa Fernando auch Zeit hat. Kommt er doch ursprünglich, wie das Original-Paella-Rezept, aus Valencia! Ein Paella-Experte, der uns mit einer langen Liste zum Einkaufen schickt. Glücklicherweise gibt es in Stuttgart einen spanischen Supermarkt, der den besten Reis, den besten Fisch und überhaupt alles, was wir benötigen, vorrätig hat.

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In die traditionelle Paella Valenciana kommt neben Gemüse nur noch helles Fleisch. Natürlich existieren inzwischen zahlreiche Arten, eine Paella zuzubereiten. Jede Region Spaniens hat ihre eigene Zubereitungsart. Wir planen eine Paella mit Fleisch, Meeresfrüchten und Fisch, eine Paella mixta, eine von den Valencianern nicht gern gesehene Abwandlung ihres traditionellen Rezeptes. Vorneweg ein paar klassische Tapas, eine weiße Sangria und als Dessert, auch ganz klassisch, einen Flan. Später zum Kaffee servieren wir noch einen mallorquinischen Mandelkuchen.

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Verschiedene Oliven, Manchego Käse, Serano Schinken, Chorizo und Chips bekommt man in jeder spanischen Bar zu einem Gläschen Wein, einem Bier oder einem Glas Cava.

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Wir probieren dazu das Rezept für eine weiße Sangria aus, das wir in der aktuellen Ausgabe von “essen und trinken” entdeckt haben. Die Zubereitung ist denkbar einfach und unterscheidet sich doch deutlich von der klassischen roten Variante: 100 g Zucker  mit 100 ml Wasser sprudelnd 1 Minute kochen und abkühlen. 2 Bio-Orangen und 3 Bio-Zitronen heiß abwaschen und trocken reiben, in Scheiben und dann in Viertel schneiden. 2 Pfirsiche in dünne Spalten schneiden und 12 Erdbeeren halbieren. Das Obst in ein großes Gefäß geben und mit 3 Flaschen Cava, je 250 ml trockenem und süßem Wermut auffüllen, den Sirup dazu geben und mit 1 Liter weißer Zitronenlimonade aufgießen. Auf Eiswürfeln und mit Minze dekoriert servieren.

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Neben einer typischen Paellapfanne, ist die wichtigste Zutat der richtige, der perfekte Reis. Dieser ist entscheidend für das Gelingen. Arroz Bomba mussten wir besorgen, den besten Reis der Welt, der, wer hätte es gedacht, rund um Valencia angebaut wird. Risottoreis eignet sich nicht für eine Paella, da er zu weich und klebrig wird. Falls kein Paellareis zur Hand ist, lieber einen normalen Langkornreis als Ersatz wählen. Arroz Bomba benötigt etwa die dreifache Menge an Flüssigkeit zum Kochen. Die gelbe Farbe des Paellareises erreicht man zum einen durch die Zugabe des Safrans und durch “Colorante”, ein geschmacksneutrales Lebensmittelfarbpulver auf Ringelblumenbasis.

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Die Paella ist einfach ein geselliges Ereignis in spanischen Familien, das heißt es ist laut, lebendig, lustig und temperamentvoll. Und genau so ist es bei uns heute auch, obwohl wir nur 1,5 echte Spanier in der Runde dabei haben. Unser “Einzugsgebiet” reicht von Valencia bis Kiel.

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Opa Fernando war unser Patrón, el Rey des Abends und der Paella. Die niederen Arbeiten durften wir übernehmen und er musste nur noch die Kommandos geben. So war der Plan. Doch kaum war die Pfanne erhitzt, ging das Spektakel los – jeder brachte sich mit seinem vermeintlichen Fachwissen ein, Opa Fernando war es immer nur wichtig, dass die Flamme auf “volle Pulle” ist, es wurde immer lauter, immer wilder und wir machten jeder spanischen Großfamilie Konkurrenz. “Volle Pulle” war die Flamme, das Fett spritzte und Aushilfskoch Lothar hatte zum Glück seine professionelle Schutzausrüstung parat: Man(n) trägt jetzt Küchenrolle….. Doch viele Köche verderben bei uns nicht den Brei und Opa Fernando ist sehr zufrieden: “Schmeckt wie in Valencia, de categoria!”

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Für unsere Paella, ausreichend für 10 Personen, haben wir folgende Zutaten verwendet:

4 große Tassen Arroz Bombe, 4 große Tassen Fischfond ( vielleicht etwas mehr ), reichlich Olivenöl, 1/2 g Safranfäden, 1 Päckchen Chlorate, 1 große Zwiebel gewürfelt, 5 Knoblauchzehen im Ganzen, 1 Tomate fein gehackt, 1 gewürfelte rote Paprikaschote, 200 g Erbsen ( TK ), 500 g breite grüne Bohnen in mundgerechten Stücken, 2 festfleischige Fischfilets in Würfel, 2 Sepia in Streifen geschnitten, 600 g Gambas gefroren oder gegart, 10 Kaisergranat, 600 g Schweinegulasch, 300 g Hähnchenfleisch, 2-3 Miesmuscheln pro Person, 5 Zitronen geviertelt zum Beträufeln, Salz zum Würzen.
Zunächst wird reichlich Olivenöl erhitzt und nacheinander die Meeresfrüchte, der Fisch und das Fleisch angebraten und wieder herausgenommen. Nun die Zwiebel, den Knoblauch, die gehackte Tomate, die Bohnen und Paprika anschwitzen. Jetzt den Reis dazugeben und den Safran und Colorante einrühren. Mit Fischfond aufgießen, mit Salz abschmecken und ein letztes Mal umrühren. Dabei darauf achten, dass der Reis gleichmäßig in der Paellapfanne verteilt ist. Einmal aufkochen lassen und die Temperatur zurückdrehen. Die übrigen Zutaten auf dem Reis verteilen. Die Hitze so einstellen, dass die Flüssigkeit völlig aufgesaugt wird und der Reis bissfest wird ohne anzubrennen oder die Flüssigkeit zu schnell verdampft.  Ist die Paella fertig, deckt man sie ab und lässt sie noch etwa 10 Minuten ruhen. Vor dem Essen kann sie mit Zitronensaft beträufelt werden.

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Flan, dieser herrliche spanische Nachtisch, wird traditionell in kleinen runden Förmchen zubereitet und dann gestürzt. Am besten bereits am Vortag zubereiten. Wir haben nicht genügend Förmchen und füllen ihn in eine Kasten-Kuchenform. Das Rezept ist ausreichend für 12 Personen, Dank unseres lieben Gastes Lothar können es aber auch 10 Personen schaffen….

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Für die Karamellsoße werden zunächst 280 g Zucker mit 100 ml Wasser so lange gekocht, bis ein goldbrauner flüssiger Karamell entsteht. Sofort in die Form füllen.

Die Zubereitung der Creme ist auch denkbar einfach, das Mark von 2 Vanilleschoten wird zusammen mit den ausgekratzten Schoten in 1200 ml Milch und 300 ml Sahne aufgekocht. Topf vom Herd nehmen und die Flüssigkeit 15 Minuten ziehen lassen, dann die Schoten entfernen und 80 g Zucker zugeben und so lange rühren bis er sich aufgelöst hat.  In der Zwischenzeit 6 Eier und 8 Eigelbe gut verrühren, die Masse darf allerdings nicht schaumig werden! Die warme Vanillemilch unter Rühren dazugießen und alles ebenfalls in die Form geben. Die Form in ein 1-2 cm hohes Wasserbad stellen und im Backofen bei 150 Grad etwa 100 Minuten stocken lassen (Wenn der Flan in Förmchen zubereitet wird, verkürzt sich die Garzeit auf 50 Minuten).  Der Flan ist fertig, wenn ein Schnitt mit dem Messer sichtbar bleibt. Falls der Flan zu dunkel wird, mit Folie abdecken. Im Kühlschrank, am besten über Nacht, durchkühlen lassen. Vor dem Servieren mit einem Messer vom Rand lösen und auf eine Platte stürzen. In Scheiben schneiden und mit Karamellsoße und frischen Früchten nach Belieben dekorieren.

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Wir sind restlos von diesem Rezept begeistert, der Flan war spitzenmäßig, de maravilla!

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Lecker zum Kaffee schmeckt dann noch ein Stückchen gató de almendra. Der mallorquinische Mandelkuchen kann auch als eigenständiges Dessert mit einem Fruchtkompott oder mit Eis serviert werden. Für eine 26 cm Springform werden 8 Eier getrennt und die Eigelbe mit 1 Päckchen Vanillezucker und 250 g Zucker schaumig geschlagen. 300 g gemahlene Mandeln, 1 Teelöffel Zimt und Abrieb von einer Zitrone und einer halben Orange anschließend unterrühren. Das Eiweiß steif schlagen und unterheben. In die gefettete Form füllen und bei 175 Grad circa 55 Minuten backen. Mit einem Zahnstocher prüfen, ob der Kuchen fertig ist. Eventuell noch ein paar Minuten weiterbacken und abdecken, falls der Kuchen zu dunkel wird.

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Unser Kurztrip nach Spanien war ein voller Erfolg! Gracias a Anja, Isolde, Aline, Tim, Lothar, Rolf, Opa Fernando und unseren Fotomacher Marcell, hasta luego!

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Ein Gedanke zu „Viva Espana! Paella con Opa Fernando

  1. Liebe genussfreundinnen!
    Das war ein gelungener Abend. So einen schönen Abend haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Das Essen und das Ambiente ein Traum! ihr seid die tollsten Gastgeber weit und breit.
    Herzlichen Dank dafür.
    Lothar und Isolde

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